14. Juni 2016
Heute ging es raus aus den Pyrenäen. Endlich wieder gerade Straßen, auf denen man zügig fahren kann. Wir fuhren einige Kilometer über nagelneue Autobahnstücke. Immer nur Abschnitte von 10-20 km, danach kam die Finanzkrise und das Geld ging aus. Aber diese Abschnitte sind vom feinsten, mit 20m hohen Kunst – Skulpturen an den Auffahrten. Überhaupt ist einiges von Spaniens Spekulationsblase zu sehen. Schon in den Pyrenäen waren uns die vielen nagelneuen Winterapartments aufgefallen. Jetzt hier auf dem Land hat jedes 2. Dorf eine sogenannte „Urbanization“ ein Neubaugebiet. Die Häuser sind fertig, nagelneu und stehen leer. Ganze Ortschaften sind so entstanden und das in einer Gegend, die sehr dünn besiedelt ist.
Wir fahren auch durch Jaca, hier beginnt ein Zweig des Spanischen Jakobswegs. Wir sehen auch einige Pilger, schön ist der Weg nicht, er führt bisweilen direkt an der Straße vorbei. Nun denn, Pilgern stellt wohl nicht einen schönen Weg an erster Stelle. Die nächsten Tage verläuft unsere Route immer entlang des Jakobsweges. Bis wir in Burgos dann abzweigen werden.
Unser heutiges Ziel war Lumbier, denn hier gibt es zwei Canyons, den Foz d’Arbayun und den Foz de Lumbier. Zum einen sind dies tolle Schluchten, aber vor allem ist dies ein idealer Lebensraum für Geier. Die Schluchten sind zusammen vielleicht 3km lang, und insgesamt 200 Geier Pärchen nisten hier. Dementsprechend dicht ist der Flugverkehr. Der Foz d’Arabyun ist nicht zugänglich hat dafür aber einen tollen Aussichtspunkt oberhalb der Schlucht. Hier machen wir Mittagspause und schauen vom Mittagstisch in die Schlucht. Danach beobachten wir die Geier durchs Fernglas. Da die Schlucht die größere ist, sind die Vögel relativ weit weg.
Einige Kilometer weiter liegt der Foz de Lumbier, durch diesen kann man laufen, und da bis 1955 eine Eisenbahnstrecke durch den Canyon führte, bequem auf einem breiten ebenen Weg. Und es ist eindrucksvoll, allein schon der Canyon ist toll. Alle 30 Sekunden fliegt ein Gänsegeier mit ca 2,70m Spannweite 10-20 Meter über uns. Die Vögel landen und starten von ihren Nistplätzen und nutzen dann die Thermik, dicht an den Felswänden, um ohne Kraftanstrengung wieder Höhe zu gewinnen.
Nach diesem eindrucksvollen Spaziergang müssen wir nur noch ums Eck fahren und sind auf unserem Campingplatz. Spanische Plätze sind etwas einfacher, aber es ist ok.
Geierbilder sind spitze ! Tolle Landschaft!!