Knude Fyr und die Wanderdüne

Auf unserem Weg nach Skagen machen wir auf halber Strecke Halt beim Knude Fyr. Dies ist ein Leuchtturm der 1900 in Betrieb gegangen ist, aber 1968 abgestellt wurde, da er von einer Wanderdüne verschluckt wird.

Die Ironie, mit Abschalten des Leuchtturms hat man die Versuche beendet, den Flugsand einzudämmen, mit dem Ergebnis, dass der Leuchtturm wieder frei geweht wurde. Heute steht er trotzig in der Mitte der Wanderdüne. Aber nicht mehr lange, das Meer gräbt pro Jahr 2m Küste ab, in 10 Jahren wird der Leuchtturm wohl die Klippe runterfallen.

Wir haben einen – na ja – speziellen Augenblick für unseren Weg auf die Düne abgepasst. Eine Regenfront mit viel Wind braut sich zusammen, d.h. wir erleben nicht nur den Leuchtturm in der Düne, sondern auch noch einen heftigen Sandsturm. Danach brauchen wir Luise nicht mehr zu erklären wie ein so großer Sandhaufen wandern kann.

Jetzt stehen wir im Skagen direkt am Hafen, 20m neben uns liegen die Yachten und Fischtrawler. Fisch haben wir auch schon gegessen, in der Hafenkneipe, der Matrosen, die in Skagen etwas gehobener aussieht.

Morgen wird die Stadt erkundet, unser erster Eindruck ist klasse.

Svinklöv an der Jammerbucht

Wie schon geschrieben, wir campieren oberhalb des Meeres auf Mächtigen Dünen, mit einem weiten Blick über die Jammerbucht. Dies ist eine langgezogene Bucht zur Nordsee, in deren ungefährer Mitte Svinklöv liegt. Svinklöv ist eigentlich nicht mehr als der Campingplatz und ein mondänes Badehotel von 1920. Dieses ist aber leider im Oktober letzten Jahres abgebrannt und wird gerade wieder rekonstruiert. Also sind wir jetzt Svinklöv.

Hier oben im Norden von Dänemark ist einiges anders, das Gras ist noch grün, hier machen Dänen Urlaub und es ist ziemlich ruhig und leer. Was aber vielleicht wichtiger ist, es gibt keine Häfen. Daher gibt es in der Jammerbucht noch Strandfischer. Das bedeutet nicht, dass die Fischer mit Angeln am Strand stehen, sondern die Boote werden mit Winden an den Strand oder ins Meer gezogen.

Nationalpark Thy

Ringköbing hat uns wirklich gut gefallen. Das setzte sich am morgen mit super Brötchen fort. Wie bisher immer in Dänemark, habe ich diese auf Deutsch bestellt. Wir haben noch nicht wirklich Dänisch gehört in Dänemark. Das liegt zum einen daran, dass mehr Deutsche als Dänen unterwegs sind (die Campingplätze sind zu 90% mit Deutschen belegt) und das alle Dänen die ich bisher getroffen habe, vorzüglich Deutsch sprechen. Dies hat sich heute im verlauf des Tages geändert. Je weiter wir nach Norden kommen, desto weniger Deutsche treffen wir an. Auf dem Campingplatz heute Nacht – in Svinklöv – könnten sogar mehr Dänen als Deutsche sein.

Von Ringköping sind wir ca. 1h nach Norden gefahren, über und entlang des Limfjords. Hier ist das Land hügeliger und von Landwirtschaft geprägt. In Agger wurde geparkt, um von dort eine Radtour zum Lodbjerg Fyr zu machen. Dieser liegt im Nationalpark Thy. Die Küste ist hier rauer, die Wellen größer und das Meer knabbert an den Dünen, die Steil zum Strand abbrechen.

Nach dieser schönen Tour ging es nochmals 1h weiter nach Norden in die Jammer Bucht. Hier campen wir jetzt 40m oberhalb des Strandes auf einem tollen Platz im Wald. Und zu unserer großen Freude, ist hier auf dem Platz endlich grillen erlaubt! Das Fleisch, das seit einer Woche mehr oder weniger gefroren im Eisfach liegt, kann endlich auf den Grill!

Hitze!

Wir haben die letzten beiden Tage am Ringköbing Fjord vor allem damit verbracht, Schatten zu suchen. In der Sonne war es einfach zu heiß. Zwar wehte ein kräftiger Wind, aber bei 32° bringt so ein Heißluftföhn keine wirkliche Abkühlung.

Der Ringköbing Fjord ist flächenmäßig ziemlich groß, aber komplett versandet, d.h. das Wasser ist überall maximal einen halben Meter tief. Es hat also Badewannen Temperatur und Luise konnte ausgiebig plantschen und schwimmen.

In Hvide Sande, einem der wenigen verbleibenden aktiven Fischereihäfen in Dänemark, haben wir heute Mittag leckeren Fisch gegessen, danach war eine kleine Radtour geplant, die aber aufgrund von sehr starkem Wind und einer Gewitterwarnung in eine kurzen Stadtrundgang in Ringköping abgewandelt wurde. Hier stehen wir jetzt am Hafen und freuen uns über die Abkühlung, die der Gewittersturm gerade bringt.

Sommer, Sonne, Meer

Es gibt nicht viel zu berichten, es ist heiß, die Sonne brennt und zum Glück geht ein leichter Wind.

Wir verbringen unseren Tag am Strand. Dazu müssen wir 600m laufen, 200m auf dem Platz, 200m über die Dünen und nochmal 200m über den Strand bis wir das Wasser erreichen.

Eine kleine Geschichte habe ich noch: die Dänen bauen keine Parkplätze am Meer. Man fährt einfach mit dem Auto auf den Strand und parkt da. Zum Glück nur in begrenzten Abschnitten (siehe Bilder). Wir wollten dies eigentlich auch mit dem Camper machen, aber der Autostrand ist so voll… da laufen wir doch lieber 600m.

Morgen geht es weiter, an einen anderen Strand. Wir hoffen am Rinköping Fjord (seichtes Binnenmeer) einen Campingplatz zu finden.

Endlich am Strand

Auch in Dänemark ist es heiß und trocken. Sogar mit dem Gas grillen ist jetzt verboten.

Wer jetzt nicht ans Meer fährt muss gute Gründe haben. Wir haben sie nicht, also geht es los Richtung Börsmose Strand.

Nur Riebe mit seinem alten Dom ist uns noch einen kurzen Stop wert. Die Stadt ist auch wirklich sehr schnuckelig. So wie man sich Dänemark malen würde.

Esbjerg, die nächste Stadt auf dem Weg durchfahren wir nur, sie zeigt das komplette Gegenteil von Dänemark. Im Hafen werden 120m hohe Windräder für einen Offshore Park vorgebaut, und im Villenviertel stehen in der ersten Reihe am Meer Häuser, die jeweils einen Architekturwettbewerb gewinnen könnten.

Uns führt es hinter Esbjerg, durch Heide und Wald in die Dünen von Börsmose.

Der Campingplatz ist voll, da es keine ausgezeichneten Stellplätze gibt, muss man selber suchen ob man noch irgendwo hinpasst. 3m Abstand zum Nachbarn sind Pflicht. Nach langer Suche finden wir noch eine kleine Ecke, die nicht genau neben Mülltonnen oder Toiletten ist. Es ist etwas eng, dafür hat man einen schönen Blick in die Dünen.

Das alles wird egal wenn man die 200m zum Strand über die Dünen gegangen ist. Dort ist Platz für alle, mit mehr als 3m Abstand. Und obwohl es schon fast 21 Uhr ist, ist es noch warm, fast windstill und die Nordsee hat bald Mittelmeertemperaturen.

Luise geht sofort plantschen.

Wir freuen uns schon auf morgen, da haben wir viel vor: Strand, Strand und Strand

Die ersten Meter Dänemark

Von der Hallig Hamburg ist es nur noch ein Katzensprung bis Dänemark. Die Landstraße ist ziemlich voll, bis die Abzweige nach Sylt und Co abgehen. Danach ist es leer. Die erste Stadt auf Dänischer Seite ist Tönder, man lockt mit Shopping aber die Fußgängerzone ist eher verschlafen. Besonders heraus sticht auf ein Möbelhaus das einem Möbelmuseum gleicht. Es gibt eine gigantische Auswahl an Dänischen Möbel darunter das Vollprogramm von Carl Hansen mit allen Sonderkreationen für Stück 4000 EUR.

Die Kirche von Tönder ist übrigens ebenfalls mit Carl Hansen Stühlen bestuhlt. Stückpreis 800 EUR.

5 km weiter spazieren wir kurz durch Mögeltönder. Das Schloss hier wurde bis vor kurzem noch von der königlichen Familie genutzt. Dazu lockt eine idyllische Allee. Aber seit der Adel weg ist, geht es wohl auch mit dem Dorf bergab. Jedes 2. Haus wird zum Verkauf angeboten.

Luises Highlight ist der Bauernhof auf dem wir heute stehen. Zuerst ging es 1h auf dem Pony durch das die Felder. Danach wurde noch auf dem Spielplatz getobt. Bis 21 Uhr wurde dann mit den anderen Kinder getobt, diese plappern in einem auf mich ein und ich versucht mit meinem Schwedisch ein wenig den Übersetzter zu spielen.

Da es jetzt richtig heißt wird, werden wir morgen versuchen bis an die langen Strände der Nordsee zu kommen.

Die Hamburger Hallig

Zu einem Sonntagsfrühstück gehören leckere Brötchen. Dumm nur, wenn die nächste Bäckerei 3,5km entfernt ist. Luise wollte natürlich mit, und es war wirklich ein schöne Strecke durch 2 kleine Dörfer und eine kleine Heidefläche. Nur vom platten Land kann man hier oben nicht sprechen, es ging hoch und runter.

Dafür waren die Brötchen wirklich super frisch und äußerst lecker!

Mit dem Camper ging es heute nur einen Katzensprung weiter. 30 km weiter nördlich stellen wir uns auf den letzten freien Stellplatz hinterm Deich der Hamburger Hallig.

Mit dem Rad ging es dann durch tolle Salzwiesen und viele Schafe bis zum Halligkrog auf der Warft der Hamburger Hallig.

Dort haben wir lecker zu Mittag gegessen, Fisch mit Bratkartoffeln und Krabben mit Rührei. Danach ging es noch kurz zur Badestelle. Leider war das Meer schon wieder fort. Wir konnten also nur noch durch Schlick in einem Priel laufen. Allerdings sieht man am Wasser, das hier die Natur intakt ist: Seegras und kristallklares Wasser überall.

Gegen Mittag frischt auch der Wind auf, nachdem es vorher fast windstill und unheimlich heiß war. Ein Pirateneis für Luise und Eiskaffee für die Eltern schafften Abkühlung, bis es dann mit Rückenwind ruck zuck zum Camper zurück ging.

5h bis zum Wattenmeer

Endlich sind Ferien, das freut nicht nur die Eltern die jetzt einige Wochen abstand vom Job haben, sondern auch Luise, die einfach gerne mit dem Camper unterwegs ist.

Nachdem der Camper im Frühjahr neue Reifen bekommen hat, der Lack in schweißtreibender Arbeit versiegelt wurde, um nicht zu sehr in der Sonne zu leiden, ein Elektronikfehler am ABS System gelöst wurde und der TÜV auch noch seinen Segen gab, geht es quasi frisch und fit, mit ein paar kg zu viel, Richtung Dänemark.

Die nächsten Wochen wollen wir zunächst die Nordseeküste hinauffahren um dann die Ostseeküste wieder nach Süden zu reisen.

Wenn ihr Lust habt, begleitet uns doch einfach.

Wie es bei uns so Tradition ist, wird keine Stunde Urlaubszeit verplempert. So ging es Freitags nach der Arbeit um 18.30 Uhr los. Ziel des Abends war Husum oder Friedrichstadt. Leider fing der Plan gleich schon mit Problemen an. Durch Autobahnbaustellen wurden wir für die ersten 2,5h auf die Landstraße verband. Aber das war nicht wirklich schlimm, hier ging es vorwärts und die Landschaft war schöner. Ab 21 Uhr war dann auch die Autobahn frei, und wir wären pünktlich zur Schließzeit der Schranke (Mitternacht) in Friedrichstadt auf dem Stallplatz angekommen… wenn wir kurz vor Schluss nicht noch eine Vollsperrung auf der A23 gehabt hätten. So wurde es ein kleiner Schotterplatz an der Eider. Und auf dem war es schon gerammelt voll.

Um 1 Uhr lagen dann endlich alle im Bett. Als wir ausgeschlafen hatten, waren wir auch fast wieder alleine auf dem Platz.

Unser erster Stopp war Friedrichstadt mit seinen holländischen Häusern. Bei 28° ging es mit dem Laufrad durch die Gassen.

Mittagessen gab es an einem ruhigen Parkplatz im Marschland um nach einer ausgiebigen Mittagspause noch ein Eis in Husum zu schlecken.

Kurz vor dem Abendessen ging es dann noch richtig ins Watt, das liegt 50m von unserem Campingplatz entfernt.