Andorra

2. Juni 2016

Die Fahrt geht weiter nach Andorra, über Spanien, dass ich so das erste mal auf dem Landweg erreiche, fahren wir in den Zwerg-Berg-Staat.

Was Andorra angeht stimmt die Beschreibung der Reiseführer sehr genau. Über eine breite Straße (zweispurig pro Richtung) fährt man nach Andorra rein und kommt zunächst nur an Tankstellen und großen Einkaufszentren vorbei. Wir sind von Süden in den Bergstaat gekommen. Die Täler sind extrem eng und tief eingeschnitten, wir kamen uns ein wenig wie im Himalaya vor. Als erstes kommt man dann nach Andorra la Vella, die Hauptstadt. Und das ist schone in verrücktes Bild, moderne Hochhäuser sind direkt an und in die Steilwände gebaut. Am Ender der Straßenschluchten sieht man dann steile unberührte Berghänge aufsteigen. Wir haben auf dem Busparkplatz der Stadt geparkt, dort erst mal gekocht und sind dann ein wenig durch den Ort gelaufen.

In den Geschäften das übliche, die bekannten Ketten und Edelboutiquen, eigentlich wie an jedem großen Flughafen. Es ist nach den Tagen in der Natur ziemlich abschreckend und wir kommen uns fehl am Platz vor. Das erste Bild ist also gedämpft.

Also geht es weiter durch den dichten Verkehr. Zwei Kreisverkehre, ein langer Tunnel und schwups ist man in einer völlig anderen Welt. Nach nur 5 Minuten Fahrt aus dem Zentrum von Andorra la Vella ist man in kleinen Bergdörfern und stiller Natur. Gut alle Dorfer, ob groß oder klein, sind ultra modern. Die Häuser, keines älter als 10 Jahre, alles super in Schuss, die Straßen sind breit und ohne jegliche Unebenheiten. An vielen Stellen kann man zweispurig fahren. Im Prinzip wirkt das ganze Land, wie gerade aufgebaut und das mit sehr viel Geld.

Der Skitourismus ist hier wohl die treibende Kraft, am Ende der steilen Täler sind große Skigebiete. Wir haben nur ein Skigebiet gesehen bzw. den Anfang von diesem. Mitten im Ort steht eine gigantische Seilbahnstation, auch ultra modern und es geht per Gondel über 2 Berge bis man im Skigebiet ist, das über eine Straße gar nicht zu erreichen ist.

Bis auf die Hauptstadt ist es aber leer, und dort war es wohl dem Busparkplatz zu beurteilen auch leer. Der erste Campingplatz ist dementsprechend auch noch geschlossen, aber wir finden einen zweiten Platz, nicht ganz billig aber mit einer tollen Wiese und einem Bergbach, umgeben von Steilen Bergen. Hier bleiben wir erst mal ein paar Tage.

Die 9 Seen Tour

1. Juni 2016

Unsere erste Wanderung steht an. Empfohlen vom Fenster Reparateur fahren wir morgens mit unserem Camper hoch zum Lac Bouillouses. Im Sommer ist diese Straße gesperrt und man muss mit Shuttelbussen fahren, dem zum Dank ist aber auch diese Stichstraße ins nichts breit und prima in Schuss.

Nach 30 Minuten fahrt sind wir endlich oben am Stausee, 2000m hoch und starten unsere Wanderung. Wir haben die 9 Seen runde ausgewählt, 2,5h Gehzeit sind angegeben, 8km und ca 250Hm.

Es weht ein frischer Wind, so dass Luise dick eingepackt in der Kraxe sitzt während Papa am Anstieg ordentlich schwitzt. Die Straßen sind super, aber die Wanderwege nicht. Über dicke Steine, mehr durch ein Bachbett geht es bergauf. Das ist mühsam.

Endlich kommen die ersten Seen, und durch die zusätzlichen Höhenmeter haben wir auch prima Fernblicke. Auch die Sonne lässt sich ab und zu sehen.

Nach 1,5h, kurz vor unserem höchsten Punkt hat Luise keine Lust mehr. Das kann mehrere Gründe haben, die Sonne hat sich leider hinter Wolken versteckt und es bläst ein frischer Wind, sie hat Hunter oder ist müde. Wir beschließen das alles zutrifft. Notdürftig im Windschatten in einer Senke wird kurz gepicknickt. Na ja, das Croissant schmeckt wenigstens. Danach geht es weiter. Die Sonne kommt raus, dadurch ist es gleich gefühlt 10° wärmer und Luise schläft auch sogleich ein.

Das gibt und Zeit die Tour zu Ende zu gehen und dann mit einer gut ausgeschlafenen Luise ins Berghotel zum Mittagessen zu gehen. Dort wird wieder mit dem Kellner geflirtet…

Da wir früh aufgebrochen sind ist der Tag noch nicht zu Ende. Über Passion France finden wir in einem Ort 20km weiter einen Schweinezüchter/Metzger – wir lernen später den Edelmetzger der ganzen Region – einen Stellplatz. Das wird ein super Abend für Luise, erst Schweine schauen, dann noch Hühner und Hahn betrachten um dann an einem Spielplatz den Abend ausklingen zu lassen. Und dieser Spielplatz hat tatsächlich eine Schaukel. Dies ist der erste Spielplatz in Frankreich mit Schaukel. Wir haben schon vermutet das Schaukeln in Frankreich verboten sind, aber jetzt strahlt Luise, weil schaukeln ist doch noch immer das Beste.

Auf geht es in die Pyrenäen

31. Mai 2016

Es geht wieder in die Berge, voller Vorfreude für ein neues Gebirge, dass wir noch nicht kennen. Dem Skitourismus sei dank geht es über breite, bestens ausgebaute Straßen vom Meeresniveau immer höher bis schließlich fast 2000m an diesem Tag.

Das Wetter ist gut, die Sonne scheint. Am Meer sind es 24°C, am Ende des Tages werden wir auf 2000m noch 8° haben, und nachts werden es dann sogar 0°.

Aber so weit sind wir noch nicht, zur Mittagszeit sind wir in Villefranche, eine tolle Festungsstadt (Dorf, da 100 Einwohner). Überall wird davor gewarnt, dass es voll ist und man besser mit dem Zug in den Ort fährt. Wir sind vor der Saison, finden ohne Probleme einen Platz für unseren Camper, direkt vor dem Stadttor. Zuerst wird gekocht, dann der Ort angeschaut.

Weiter geht es immer höher, in Mont-Louis – einer weiteren Festungsstadt – biegen wir von der Route Richtung Andorra ab und übernachten auf einem Campingplatz an einem Stausee. Morgen wollen wir um die Ecke wandern gehen. Es ist herrlich ruhig, die Luft ist gut, das Wasser schmeckt prima (nicht gechlort), aber es ist auch echt kalt, jedenfalls ohne Sonne. Ein kleiner Spaziergang noch am Abend und dann geht es ins Bett.

Argeles Plage und Collioure

29. Mai 2016

Wir sind jetzt seit 3 Tagen in Argeles Plage, das zu Argeles sur Mer gehört. Partnerstadt ist Hürth – ohne Worte – und es ist ähnlich hübsch. Argeles sur Mer ist Europas Camping Hauptstadt mit 70 Campingplätzen die jeweils geschätzte 500 Stellplätze haben. Daneben gibt es Appartmentblocks und auch ganz charmante Urlaubsvillen. Jetzt ist alles zu, ruhig, verschlafen und leer, aber im Sommer sind hier einfach mal 150.000 Menschen mehr.

Was machen wir also hier? Nun denn, Collioure, eines der schönsten Küstendörfer der Region liegt gleich um die Ecke, außerdem wollen wir etwas den Strand genießen und Mareike in Ruhe arbeiten. Das alles gelingt nur bedingt. Der Reihe nach:

Strand ist am ersten Tag und auch am zweiten Tag super. Es gibt viel Platz, Luise pflügt genüsslich durch den Sand und macht Stehversuche. Dazu angenehme Sonne und ein nicht zu frischer Wind. Dann ist allerdings auf einmal Bewölkung und Regen angesagt, und nicht zu knapp. Für den Strand ist es zu klein.

Dazu haben wir aber ohnehin keine Zeit, weil ein heftiges Gewitter uns Nachts offenbart, das unsere Dachfenster nicht mehr die neusten sind. Es regnet rein und das natürlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Da wir etwas ungünstig stehen hat sich auch noch eine Pfütze auf dem Dach gebildet die jetzt nach innen abläuft. Also bin ich nachts um 2 Uhr bei strömendem Regen auf dem Dach und schippe Wasser. Gut das alle anderen schlafen und mich hier nicht sehen. Das Gewitter ist zum Glück nach 30 Minuten vorbei. Am nächsten morgen scheint die Sonne und alles wirkt wie ein böser Traum. Ich versuche das Dach mit Tape abzudichten und bin eigentlich recht frohen Mutes.

Für heute haben wir den Ausflug nach Collioure geplant und radeln die ca 8 km entlang der Standpromenade und dann noch oberhalb einer Steilküste. Es geht also ordentlich auf und ab. Der Ort ist touristisch aber auch wirklich malerisch. Besonders die Kirche direkt am Hafen gibt ein tolles Bild ab. Leider fängt es 30 Minuten nachdem wir angekommen sind an zu regnen. Es sind eigentlich nur leichte Schauer angesagt, also gehen wir einen Kaffee trinken. Als der leer ist regnet es leider noch immer. Luise findet es auch nicht so lustig, weil sie sich noch gar nicht richtig bewegt hat. Für sie haben wir zum Glück Regenklamotten mit, und so gehen wir wenigstens kurz an den Strand. Dann fängt es aber stärker an zu regnen und wir müssen uns unterstellen. Nach 15 Minuten beschließen wir, dass dies kein Ende haben wird. Nur die harten kommen in den Garten also geht es die 8km zurück zum Campingplatz in strömendem Regen und mit frischem Gegenwind. Luise kauert hinter dem Windschutzschild und findet es gar nicht lustig. Aber sie ist wirklich sehr tapfer und versteht, dass wir nur so zurückkommen.

Am Camper gibt es die nächste Bescherung, das Dachfenster ist leider immer noch nicht dicht und der Camper ordentlich nass geworden. Großer Mist. Den Tag hatten wir uns anders vorgestellt.

Aber es gibt ein versöhnliches Ende, am nächsten morgen fahren wir zu einem Wohnwagen Lager (die Franzosen parken ihre Wohnwagen gleich hier unten um einfach nur mit dem Auto anreisen zu müssen). Dort hilft uns Michelle, ein gelernter Karosseriebauer und repariert das lecke Fenster und bessert auch noch die drei anderen aus. Er hat sofort Zeit, braucht nur eine gute Stunde, ist nett, seine Arbeit sieht professionell aus, er ist günstig und zu guter Letzt gibt er uns auch noch Tipps für die Pyrenäen. Im Winter fährt er nämlich Pistenraupen ein einem nahen Skigebiet.

Das Fenster ist übrigens dicht, auch an diesem Nachmittag hat es 4h ordentlich geregnet.